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Markus Mair, Vorstandsvorsitzender der Styria Media Group und VÖZ-Präsident

 

Dass VÖZ-Präsident Markus Mair mit Hass-Postings keine Freude hat, signalisiert er nicht nur, was die Styria Media Group betrifft, sondern auch in seiner Zweitfunktion als Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen. Im ExtraDienst Blitzinterview findet er starke Worte

 

„Man sollte sich“, so zieht Mair vom Leder, „einmal die Klientel, die die Hass-Postings im Standard platziert, genauer anschauen. Alleine anhand der Postings entsteht ein Personenbild. Und da kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass die überwiegende Mehrheit dieser anonymen Meinungs-Absonderer alles andere als werbeaffin sind.“ Mair geht nicht ins Detail, aber man versteht ganz deutlich, was er meint: Menschen, die über bis zu zehn Accounts verfügen (Insider-Information aus dem Standard) und dieselben auch weidlich immer wieder bespielen, verfügen standardmäßig wohl über viel Tagesfreizeit. Über Tagesfreizeit verfügen einerseits Multimillionäre, reiche Pensionisten aber andererseits auch Menschen mit wenig Beschäftigung. Und es wäre doch möglich, dass unter denen auch viele Arbeitslose oder, wie es Bundeskanzler Sebastian Kurz formulierte, welche aus der Zielgruppe sind, wo nur die Kinder in der Früh aufstehen, in die Schule gehen, und die Eltern zuhause bleiben. Und die soll es bekanntlich nicht nur in Wien geben...

 

Doch Mair legt noch ein Schäuferl zu. „Wie stehen denn diese Menschen zur Werbung“, fragt er und fügt hinzu: „Die radikalen User sind jene Zielgruppe, von der mit Sicherheit angenommen werden kann, dass sie am stärksten Adblocker nützen.“

Auch nicht gerade eine besonders erfreuliche Zielgruppe für jeden, der dort Werbung platzieren möchte. Wobei letztgenanntes Argument mit Vorsicht zu genießen ist, weil es einstellungsmäßig wohl auch dazu kommen kann, dass mit dem Aktivieren des Adblockers die Standard-Lektüre komplett unmöglich gemacht wird. Was ein weiteres Argument ist, mit dem viele User wegfallen. Summa summarum: Der Präsident hat keine Freude mit anonymen Postings. Und ist einer von jenen, die sich deutlich deklariert haben: Schluss mit den anonymen Postings, Schluss mit dem Hass im Netz und der Camouflage, „Ja“ zu Klarnamen oder wenigstens einer Klarnamen-Anmeldung und Offenlegung des Mediums, wenn strafrechtlich oder persönlichkeitsrechtlich relevante Aussagen getroffen werden, sind jetzt das Gebot der Stunde. Jetzt ist die Politik am Wort. Und die Bundesregierung, das, was angedeutet wurde, auch umzusetzen. cemu

Bildcredit: Michael Königshofer Styria Media Group